BILDERBUCH

Kultur | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Schon früher nicht zimperlich mit der Abrissbirne, lässt die chinesische Regierung derzeit unzählige alte Siedlungen schleifen. Schließlich finden 2008 die Olympischen Spiele in Peking statt, und bis dahin soll die Metropole von schmutziger Kleinteiligkeit gereinigt sein. Der 1970 in Mexiko geborene Fotograf Sze Tsung Leong hält seit einigen Jahren die Zerstörung und bauliche Raserei in chinesischen Großstädten fest. Mit der Plattenkamera entstehen detailscharfe Panoramaansichten von demolierten Stadtvierteln und anonymen Hochhauskolonien. Kultur-und Identitätsverlust wird in den farbarmen Fotos greifbar. Der distanzierte Stil der Bilder lässt an den Fotografen Andreas Gursky denken, wiewohl es Leong doch mehr um Dokumentation geht. Die Opfer der Zwangsumsiedlungen kommen dabei nicht in den Blick.

Sze Tsung Leong: History Images. Göttingen 2006 (Steidl). 145 S., E 77,10 / N. S.


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