Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Sex

Sex im Wahlkampf Aus erotischer Sicht ist der Wahlkampf ähnlich berauschend wie die Passionsspiele in Erl/Tirol. Bei der Prognose des Wählerverhaltens sind auch jene Aspekte in Betracht zu ziehen, welche persönlichen Beziehungsmuster die Spitzenkandidaten so bedienen. Gusi z.B. kann man bekochen und ewig drunter leiden, dass man nie genauso wichtig wird wie seine Mama. Der Schüssel ist perfekt für Leute, die daran arbeiten, einmal bemerkt zu werden, jedoch den eigentlichen Kick aus dem Scheitern ihrer Bemühungen ziehen (Masoabteilung, Katholiken). Van der Bellen ist klarer Kompensationsanbieter für neurotische Stadthühner mit Vater-hat-mich-nie-geliebt-Attitüde. Messner: Wuschikuschikuschischmatzschmatzschmatz. Westi: vermeintlicher Retter, schnattert was daher, Hauptsache, man muss selber nix denken. Strache: vermeintlicher Retter, schnattert was daher, Hauptsache, man muss selber nix denken. HP Martin: Äh. Oja! Nein, doch nicht. Äh. Mit der Empfehlung von Selbstreflexion wünsche ich einen turnenden Urnengang.

HEIDI LIST

Fussball

Magic Hannes Am Sonntag gab Hannes Reinmayr im Lavanttal sein Abschiedsspiel. Der 37-jährige Mittelfeldspieler war einer der besten österreichischen Kicker der Neunzigerjahre, er spielte in der deutschen Bundesliga (Duisburg, Uerdingen) und bildete bei Sturm Graz mit Ivica Vastic und Mario Haas das "magische Dreieck". Für die ganz große Karriere aber fehlte es dem Simmeringer am nötigen Einsatz. "Das mit dem schlampigen Genie stimmt zu hundert Prozent", bestätigte er in einem Ballesterer-Interview. Es klang nicht bitter, eher achselzuckend: War halt so. Das Abschiedsspiel bestritt er mit einem Sturm-Veteranenteam gegen den Kärntner Regionalligaverein SK St. Andrä, wo er zuletzt gespielt hatte. Sturm gewann 8:4, Reinmayr schoss ein Tor. Mach's gut, Magic Hannes!

WOLFGANG KRALICEK


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