Fragen Sie Frau Andrea

Moriz Elsner

Stadtleben | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Liebe Frau Andrea,

wieder mal im Kino sah ich den Spot: Junges, schönes Paar im Bett, Wein und Sekt im Hintergrund, in der Früh steht sie auf, geht in der Wohnung umher (er geht erstmal duschen), und als er herauskommt, ist sie weg - sie hat einen Mitgliedsaufnahmeantrag für die SPÖ in seinen Sachen gefunden, der angegebene Name: Moriz Elsner. Die Werbung wirft Fragen auf: Ist sie gegen wüste Partys oder für eine Bodylotion, die alles vergessen macht?

Lydia Rössler, Leopoldstadt

Liebe Lydia,

die unbekannte Rehäugige im ÖVP-Werbespot scheint einen traditionellen vorehelichen One-Night-Stand, eingeleitet von Rotwein-Blindverkostung und Lounge-Musik-Geschmuse vor dem Stereomöbel, hinter sich zu haben. Die billige Sektflasche am teuren Nachtkastl muss auch schon leer gewesen sein, als der schwarze Stringtanga darauf landete. Des BHs ging die Wirtschaftsstudentin schon auf dem kurzen Weg zum Futon verlustig, vermutlich im Zuge einer Tanzdarbietung. Nach wüster Party sieht es nicht aus, in der gardinenverhangenen deutschen Besserverdienerwohnung. Deutschen? Exakt. Der Spot wurde von der CDU im letzten Bundestagswahlkampf eingesetzt - die ÖVP hat nur die Einstellung auf die Beitrittserklärung neu drehen lassen und in das deutsche Material eingefügt. Der Lover - im Original ein Grafiker namens Max Gurke, wohnhaft in der Reinfallstraße in Hannover - wird in der ÖVP-Version zum Innsbrucker Moriz Elsner. Eine "Spitze" gegen den Exbanker Helmut "Marcel" Elsner und Harald Krassnitzer in seiner Rolle als "Tatort"-Kommissar Moritz Eisner.


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