VORWORT

Gebote sind geil

Steiermark Vorwort | Donja Noormofidi | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Biedermeister Siegfried Nagl wollte einmal Pfarrer werden. Das wäre vielleicht besser gewesen, dann bräuchte er nicht die Kronen Zeitung als Kanzel. Dort schwadronierte er in der Vorwoche wieder einmal von den "sieben Todsünden", nach denen die Grazer lebten. Schon 2005 blieb ihm angesichts des Werbeslogans "Geiz ist geil" die Luft weg - schließlich handle es sich bei Geiz um eine Todsünde. Deshalb will Nagl seine Grazer wieder zu den biblischen Werten zurückführen. Da könnte er gleich bei sich selbst und seiner ÖVP anfangen. Die hat nämlich letzte Woche im Gemeinderat einen ganz und gar nicht bibelkonformen Antrag auf ein Bettelverbot in Graz eingebracht. Der Bürgermeister und seine schwarze Truppe hätten das Buch der Bücher ein bisschen genauer studieren sollen: "Wer zwei Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat (...)" steht bei Johannes im Neuen Testament. Im Unterschied zu den VP-Katholiken kannte die SP-Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl die Passage und las sie den Schwarzen


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