hundert jahre zeitausgleich

Steiermark Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

Auf geht's!

Dass Steiermark Eins lustig ist, wussten wir schon lange. Einer der Lustigsten ist Markus "Gonzo" Renger, der mit Fragen an ahnungslose PassantInnen die Lachmuskeln so sehr strapaziert, dass die Magistratsdirektion in ihrer Rolle als Kulturvermittler frisch und froh vermelden darf: "Gonzo kommt ins Kino!" Das freut alle Freunde des guten "Gonzo". Die Gänsefüßchen signalisieren wahrscheinlich, dass es sich um einen "Künstlernamen" handelt, der freilich gut gewählt ist: Als "gonzo" werden laut Wikipedia jene Pornofilme bezeichnet, in denen "der Kameramann direkt in das Geschehen eingreift - indem er Dialoge mit den Darstellern führt oder selbst an sexuellen Handlungen teilnimmt. [...] Vertreterinnen dieses Genres verfügen meist nicht über das perfekte Modelaussehen, sondern stattdessen über Natürlichkeit und Ausstrahlung." Natürlichkeit und Ausstrahlung stehen ja momentan wieder hoch im Kurs, womit eine elegante Überleitung (brauchen "gonzos" Überleitungen?) zur Politik geschafft wäre. Da geht es ja auch schon lange nicht mehr um Handlung oder Glamour, sondern um "Natürlichkeit und Ausstrahlung" und das Suggerieren einer "aktiven, meist männlichen Teilnahme" mit dem Ziel der "Stimulation des Zuschauers". Ähnlich verhält es sich übrigens mit dem Austropop und den Gerichtsshows auf Sat.1, die aber nicht ins Kino kommen und auch nicht von der Magistratsdirektion wahrgenommen werden.


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