STEIRERBRAUCH

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 39/06 vom 27.09.2006

TAUFEN Susi, Susi, Susi. War nicht leicht zum Merken am Anfang. Wie heißt? "Na ...", hat sie gsagt. "Na, Susi halt." Irgendwann war sie dann die Susi. Hat sich die Haar gfärbt auf Susi, hat sich Susi-Mode kauft und Susi-Schminke und einen Pass vom Georgier. Da war gleich Liebe dabei. Susi-Liebe. Und die war groß. So groß wie der BMW, den sie kriegt hat. So echt wie der Schmuck, den ihr der Georgier umghängt hat. So süß, wie der Champagner, mit dem die Susi ihr neues Leben jeden Tag gfeiert hat. Und so neu, dass sie das Alte weit weggschoben hat. Ganz weit nach hinten in den Susi-Kopf. Bis zu dem Tag, wo alles zrückkommen ist. Am Würstelstand in der Kärntner Straßen: der Weiher, die Sommerwiesen, der Mann voller Zorn. Warum sie ihn damals nicht erschlagen hat? Das hat sich die Susi bis zum Schluss gfragt. T. W. W


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