Bitte nicht hinauslehnen!

Wolfgang Kralicek | Steiermark Kultur | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

THEATER Die ersten Premieren am Schauspielhaus unter Anna Badora: "Medea" auf der großen Bühne, "Ostmark" auf der Probebühne und "Tzap-Tzarap" auf Ebene 3.

Das Schauspielhaus hat an Format gewonnen: Die Programmhefte sind jetzt deutlich größer als zu Matthias Fontheims Zeiten. Neu ist auch die Rubrik "Zum heutigen Abend", in der sich das Publikum noch schnell darüber informieren kann, worum es geht. Theatergänger aus der Bundeshauptstadt kennen diese pädagogisch wertvolle Textsorte aus dem Wiener Volkstheater, wo der neue Grazer Chefdramaturg Oliver vom Hove zuletzt tätig war. Zum heutigen Abend also: "Grillparzers Drama enthüllt mit seinem Kesseltreiben einer zivilisiert scheinenden Gesellschaft gegen die um Asyl bittende Fremde Medea vor allem die rohen Untergründe unserer eigenen sozialen Welt: die Kolonialgeschichte unserer Gegenwart, die sich täglich an den Grenzen unseres Gelobten Landes Europa ereignet."

Franz Grillparzers Trauerspiel "Medea", letzter Teil der Trilogie

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