Absage an Profitdenken

Vorwort | Udo Jesionek | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

KOMMENTAR Die ÖVP hat die Wahlen verloren, weil sie die Angst der Menschen vor Sozialabbau unterschätzt hat.

Für sehr viele ist die Nationalratswahl am Sonntag überraschend ausgegangen. Hätte man aber ein bisschen mehr ins Volk hineingehört, dann wäre die Überraschung lang nicht so groß gewesen. Sehr viele Österreicher haben zunehmend ein Unbehagen mit einer Politik verspürt, die ausschließlich wirtschafts-und finanzpolitisch ausgerichtet ist und immer mehr soziale Kälte verströmte. Die Österreicher haben sich an das gute soziale Netz gewöhnt, das seit Kriegsende gemeinsam und dann vor allem unter Kreisky mühsam aufgebaut wurde. Sie fürchten sich nicht nur vor einem Abbau im unmittelbar lebensnotwendigen Bereich, etwa bei der medizinischen Versorgung und bei der Alterssicherung, sondern weit darüber hinaus. Wenn Verkehrseinrichtungen, Post und andere Dinge des alltäglichen Lebens zunehmend privatisiert werden und einem strikten Profitdenken zugunsten einiger Großunternehmer


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