Genug geschleimt

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

KPÖ Auf die Kommunisten entfielen fast doppelt so viele Stimmen wie zuletzt, dennoch blieben sie weit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Immerhin gibt es für die Genossen Geld aus der Parteienförderung.

Also ich habe mich verdreifacht", sagt die 84-jährige Dame an der Bar mit dem Liberazione-T-Shirt und den kurzen weißen Haaren. Lilo Daubrawa, kommunistisches Urgestein und Funktionärin in Wieden, ist stolz auf die Zugewinne im Bezirk.

Es ist KPÖ-Wahlparty im voll besetzten Café Siebenstern in der Siebensterngasse. Und Sterne gibt es in allen Varianten hier. Rot auf schwarz auf den T-Shirts, als Anstecknadel am Jackenkragen - auch über der langen Bar des Lokals prangt ein großer roter Stern mit flauschiger Plüschoberfläche. Das Altersspektrum ist weit: Funktionäre in den Achtzigern wie Frau Daubrawa sitzen neben langhaarigen Jungkommunisten mit Nickelbrillen bei Eiaufstrichbrot, Rotwein und Bier. Anders als bei den anderen Parteien gibt es hier nichts gratis. Dafür grölen einem


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