Kommentar

Mohammed contra Mozart?

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

Wo sind sie hin, die Zeiten, als man noch ein verfluchter Kerl sein konnte, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? Als das Cover einer links sich gerierenden Zeitschrift einen mit dem MG vom Kreuz ballernden Christus zeigte oder der (vorletzte) Papst als Schafeficker dargestellt wurde. Vor ein, zwei Jahrzehnten konnte man mit so was verlässliche Empörung unter Erzkonservativen und Ewiggestrigen schüren, aber viel mehr als eine aktionistisch angehauchte Kleindemonstration war nicht zu befürchten gewesen. Was für ein Spaß! Mittlerweile hat sich das Bild einigermaßen drastisch gewandelt. Menschen, die sich über jeden Jesus-Ulk zerkugelt haben, sind auf einmal schwer sensibilisiert, wenn es um die "Verletzung religiöser Gefühle" geht und haben größtes Verständnis für Abbildungsverbote von Mohammed-Karikaturen.

Jüngstes Beispiel für dieses neue Verständnis von der Freiheit der Kunst ist die Absetzung von Hans Neuenfels' über drei Jahre alter "Idomeneo"-Inszenierung an der Deutschen

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