STREIFENWEISE

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

Die Eingeladenen werden den Weg finden", erklärt der greise, blinde Mann seiner Enkelin Ishtar, die ihn durch die Wüste begleitet, voll Zuversicht. Bab'Aziz ist ein Derwisch, und "Bab'Aziz" heißt auch der Film von Nacer Khemir, der von einer Reise mit unbestimmtem Ziel (ein Treffen der Derwische, das einmal alle dreißig Jahre an unbekanntem Ort stattfindet) erzählt. Weil ja aber natürlich der Weg auch schon das Ziel ist, lässt sich das ungleiche Paar unterwegs gerne auch einmal aufhalten, um dem Gesang eines singenden Wandersmanns zu lauschen oder sich am Lagerfeuer an weitschweifenden Geschichten über scheue Gazellen, betörend schöne Tänzerinnen und liebeskranke Prinzen zu erfreuen. Wie sich diese Erzählungen aus 1001 Nacht immer weiter verästeln, ineinanderfließen, das Tempo und die Richtung dieser spirituellen Reise verändern, ist einfach und schön gemacht. "Ist die Realität das, was man vom Eisberg sieht, oder ist sie das, was verborgen bleibt?", fragt Nacer Khemir,


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