Worte zu Bildern

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

VIENNALE 06 Am Anfang ihrer Karriere wurde Agnès Varda als "Großmutter der Nouvelle Vague" bezeichnet, heute gilt sie als eine der wichtigsten Filmemacherinnen des modernen Kinos. Das Filmmuseum widmet ihr eine Retrospektive.

Mitten in "Le Bonheur", ihrem 1964 gedrehten, dritten Spielfilm, gibt es eine unscheinbare kleine Szene, die Agnès Vardas filmische Methode, ihre Art, die Welt zu sehen und Bilder für sie zu finden, perfekt veranschaulicht. François, ein junger Tischler, verheiratet, zwei Kinder, überreicht Emilie, der blonden Postbeamtin, ein Telegramm, in dem er dieser in umständlichen Worten seine Liebe erklärt. "Das wird aber sehr teuer werden", meint sie, "das können wir viel kürzer fassen." Emilie malt ein Herz auf den Aufgabeschein und gibt ihn François lächelnd wieder zurück.

Worte, Begriffe, Gedanken werden bei Varda, buchstäblich, zu Bildern. Und das nicht von ungefähr. "Zum Kino kam ich nicht durchs Kino", lautet eine Aussage, die in Gesprächen mit der 1928


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