Soul im Eigenbau

Sebastian Fasthuber | Kultur | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

MUSIK Auf dem Album "Keepin Me'" setzt der Wiener Produzent Stereotyp seine Basswaffen ein, um die Seele zu massieren.

Die Rezeption elektronischer Musik setzt gern das Bild vom Soundforscher ein. Als Kritiker macht man es sich damit einfach, erspart man sich durch diesen Begriff doch eine nähere Beschreibung davon, wie ein Laptop-und Studioartist konkret Musik macht. So ist über die Jahre ein Mythos in sich versunkener junger Genies entstanden, von denen viele in Wahrheit jedoch - von wegen Forschung - auf vorgefertigte Klänge zurückgreifen.

Wir wissen nicht, wie Stefan Mörth alias Stereotyp in seinem gemütlichen Studio im 18. Bezirk am lebenden Klang operiert. Sein zweites Album "Keepin' Me" legt allerdings nahe, dass der international geschätzte Produzent futuristischer Roots-Musik selber baut. Derart fortgeschrittene Studien in Basswissenschaft und Beatprogrammierung, wie sie bereits sein Debüt "My Sound" (2002) kennzeichneten, entstehen nur durch Hingabe. Seinem Umkreis zufolge

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