Cinema Paradiso

Wolfgang Paterno | Stadtleben | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

WEGGEHEN Das phil in der Gumpendorfer Straße bekommt eine kleine große Schwester: die philiale im Gartenbaukino.

Winzigste Ursachen können große Wirkungen nach sich ziehen. So ließe sich die Arbeitshypothese von Christian Schädel umschreiben. Schädel, 30, ist ein Mann des Details, der Finesse: Streift er durch das Foyer des Gartenbaukinos, bleibt er oft stehen und weist auf Winzigkeiten, Feinheiten. Hier die Espressomaschine, ein kürzlich auf Ebay erstandenes Prunkstück aus dem Jahr 1959, eine Faema President. Schädel deutet auf den Plafond, auf eine Wand mit bunten, mikadoartig aufgetürmten Glasröhren. Ein Künstler namens J. Perez hat das Werk 1960 geschaffen, im Erbauungsjahr des Gartenbaukinos, mit 736 Sitzplätzen und Riesenleinwand das größte und zugleich letzte Einsaalkino der Innenstadt. Derzeit ist hier, hübsche Pointe, die Arbeitsplatzkampf-Dokumentation "The Take", zu Deutsch: "Die Übernahme", zu sehen.

Vor zwei Jahren eröffnete Schädel gemeinsam mit Tobias Radinger

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