Späte Verbeugung

Stadtleben | Nina Horaczek | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

GEDENKEN Mit einem "Weg der Erinnerung" soll das von den Nazis zerstörte jüdische Leben in der Leopoldstadt wieder sichtbar gemacht werden.

Am Karmelitermarkt haben die Händler ihre Waren verkauft, in der Malzgasse gingen die Kinder zur Schule und am Abend trafen sich die Erwachsenen im Theater Reklame am Nestroyplatz oder im Café auf der Praterstraße. Vor 1938 war noch fast jeder zweite Bewohner der Leopoldstadt jüdisch. Es gab einige jüdische Bethäuser, sogar einen türkischen Tempel, eine Suppenküche für die Armen, Bildungsvereine und Kultureinrichtungen. Nach dem Holocaust ist von der jüdischen Kultur und dem Alltagsleben im Grätzel nichts mehr übriggeblieben.

Nun möchte die Initiative "Steine der Erinnerung" nach dem Motto "Tot ist nur, wer vergessen ist" wieder an das jüdische Leben in der Stadt vor 1938 anknüpfen. Ein eigener Rundgang soll den Wienern die zerstörte jüdische Kultur näherbringen. Vom Praterstern über den Volkertplatz, wo der Verein bereits das Projekt


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