"Dreck muss es geben"

Extra | Stefan Ender | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

PORTRÄT In "Weiter" erzählt der Wiener Xaver Bayer vom Martyrium eines Computerfreaks. Er selbst hat in einer behüteten Kindheit viel am Computer gespielt, sich aber auch eine Vorliebe fürs Verkommene erworben.

Heinestraße, spätsommers, frühnachmittags. Fern tost der Praterstern, die großstädtische, boulevardeske Anlage der Straße gibt sich kleinstädtischem Dämmerzustand hin. Im Gastgarten eines Cafés, in dem sonst fast niemand sitzt, sitzt Xaver Bayer.

Er ist groß, schlank, jung, trägt ein hellblaues Hemd, eine dunkelblaue Cordhose und Clarks; des Weiteren umgibt ihn eine feste Hülle aus Kontrolliertheit und, fallweise, Beklommenheit. Aus dieser Panzerung leuchten große braune Augen wie Schlupflöcher der Traurigkeit und Sehnsucht.

Der Wiener Bayer, Jahrgang 1977, hat sich in den letzten Jahren eine fixe Position in der österreichischen Jungliteratenlandschaft erschrieben - ein bisschen im Schatten von Stilchamäleon Thomas Glavinic und Every-Bestsellerlists-Darling Daniel


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