Konchyliofuckingwhat?!!

Extra | Julia Kospach | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

SIXTIES Mit "Frauen, die pfeifen" hat Antonia S. Byatt eine ebenso gescheite wie unterhaltsame Geistes-, Sozial-und Wissensgeschichte der Sechzigerjahre in Romanform gebracht.

Frauen, die pfeifen" ist ein hervorragender Buchtitel. Pfeifende Frauen künden von beschwingtem Selbstbewusstsein und Eigensinn. "Für Frauen ist das alles schwerer", sagt zwar die kluge, spitzkinnige Frederica Potter mit den glühend roten Haaren auf Seite 527, sie hat aber zu diesem Zeitpunkt, als der Roman bereits seinem Ende zustrebt, schon mehrmals unter Beweis gestellt, mit wie viel Selbsterfindungskraft man ein Frauenleben anlegen kann. "Und wenn schon! Du musst eben lauter pfeifen. Einfach nur lauter", antwortet ihr darauf der Konchyliologe Luk Lysgaard-Peacock.

Konchyliologe? Das ist ein Schneckenforscher, und Schnecken spielen in Antonia S. Byatts neuem Roman eine nicht unbeträchtliche Rolle. Als Feldforschungsobjekte im Hochmoor von Yorkshire dienen sie einer verkorksten Liebesgeschichte, als Labortiere


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