Howard am Ende?

Extra | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

GESELLSCHAFTSROMAN Zadie Smiths "Von der Schönheit" ist Familienduell und Campusklamotte sowie ein weitgehend gelungener Versuch, von modernen sozialen Gegensätzen auf altmodische Weise zu erzählen.

Warum zur Abwechslung nicht mal einen schön altmodischen, auktorial erzählten Roman lesen? Dieser Literaturherbst wird ohnedies so stark von narrativen Experimenten dominiert - von Liebesgeschichten in Interview-und E-Mail-Form oder Bergsteigerprosa in freiem Flattersatz -, dass "Von der Schönheit" in seiner Konventionalität schon fast wie eine schillernde Ausnahme wirkt. Vor allem aber legt die Engländerin Zadie Smith, Jahrgang 1975, die bereits mit "Zähne zeigen" einen Bestseller landete, hier ein über weite Strecken wirklich sehr schönes Buch vor.

Im Mittelpunkt der recht verzweigten Handlung steht die auf den ersten Blick langweiligste Figur, die man sich vorstellen kann: Howard. Howard Belsey ist Mitte fünfzig und arbeitet in Wellington, nahe Boston, als Dozent für Kunstgeschichte.


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