Ein Tag wie jeder andere

Extra | Martin Droschke | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

AUSTRALIEN I Familienalbum aus der Unterschicht: Steven Carrolls Roman "Die Kunst des Lokomotivführens".

Samstagabend, irgendwo in einer der Vorstädte Australiens, irgendwann in den Sechzigerjahren. Dieser Tag könnte zu einem Schlüsselereignis im Leben des 12-jährigen Michael werden. Ein schmerzhaftes, das ihn aber zugleich von einer Last befreien würde, der ein Kind nicht gewachsen ist. Es könnte der Tag werden, an dem sich sein Vater, der Lokomotivführer Vic, und seine Mutter Rita endlich dazu aufraffen, einen Schlussstrich unter ihr verkorkstes Familienleben zu ziehen. Wenigstens aber könnte es der Tag werden, an dem dem Trinker Vic die Einsicht überkommt, dass es ohne Entzug keine gemeinsame Zukunft geben kann. Die vielen Nächte im Alkoholdelirium - für den Sohn ist es schon Zumutung genug, den Vater nach seinen epileptischen Anfällen ins Hier und Heute zurückbegleiten zu müssen.

In der Nachbarschaft wird Verlobung gefeiert. "Vic, Rita und der Junge, Michael, gehen die


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