Trollope in Kalimpong

Extra | Karl Wagner | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

EMIGRATION Kiran Desais komplexer Roman "Erbin des verlorenen Landes" konfrontiert eine junge Frau mit ihren eigenen sozialen Vorurteilen.

Sieben Jahre hat die 35-jährige, in Indien geborene Autorin Kiran Desai an ihrem zweiten Roman "Erbin des verlorenen Landes" gearbeitet, der jetzt fast gleichzeitig mit der englischen Ausgabe ("The Inheritance of Loss") auf Deutsch erschienen ist. Diese zumindest für den heutigen Literaturbetrieb lange Zeit hat nicht nur in diesem Fall mit vielfachem Erwartungsdruck zu tun: Desais Erstling wurde hochgelobt und war, noch vor seinem Erscheinen, in "Mirrorwork" vertreten, Salman Rushdies Anthologie indischer Literatur der Jahre 1947 bis 1997. Die Mühen der langen Arbeit sind aber auch dem großen und schwierigen Thema des neuen Romans geschuldet, der sich einem wahrhaft kosmopolitischen Thema stellt: der Erfahrung des Exils im eigenen wie im fremden Land.

Mit den Konventionen des Familien-bzw. Generationenromans, mit mehrfach gegeneinander versetzten Handlungs-und


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