Gelobtes Europa

Extra | Andreas Bachmann | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

ZEITGESCHICHTE Tony Judt legt mit seiner "Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart" ein Standardwerk vor.

Es ist auch schon wieder fast 17 Jahre her, dass Tony Judt ausgerechnet in Wien die Idee zu diesem Buch hatte. Der angloamerikanische Historiker befand sich im Dezember 1989 in der österreichischen Hauptstadt, die für ihn ein gutes Beispiel war für den Mantel des Schweigens, den das Nachkriegseuropa über seine jüngere Vergangenheit gelegt hatte. Nun, durch die Umwälzungen in den kommunistischen Ländern des Ostens, war Wien plötzlich wieder in die Mitte Europas gespült worden.

Der 1948 in London geborene Judt, der seit 1995 das Remarque-Institut für Europäische Studien der Universität New York leitet, sieht in seinem Buch dementsprechend auch das Jahr 1989 als die epochale Zäsur für das Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst mit dem Zusammenbruch des Kommunismus sei die Nachkriegszeit tatsächlich zu Ende gegangen und habe für ganz Europa eine geeinte Zukunftsperspektive


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