Selbsterkenntnis statt Skills!!

Extra | Fritz Betz | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

BILDUNG Der Wiener Philosoph Konrad Paul Liessmann rechnet in seiner Streitschrift "Theorie der Unbildung" mit den Irrtümern der Wissensgesellschaft ab.

Das Wissen der Wissensgesellschaft ist beliebig und inhaltslos. Ihm fehlt jede synthetisierende Kraft. Es wird mit Verzicht auf Weltdurchdringung durch Erkennen, Verstehen und Begreifen prozessiert und ist bar jedes Anspruchs auf Wahrheit. Bereits im Vorwort lässt Konrad Paul Liessmann keinen Zweifel offen, was er von der Wissensgesellschaft hält. Ihre "Industrialisierung und Ökonomisierung des Wissens", so seine Grundthese, zerstöre das humanistische Ideal von Bildung als "Programm der Selbstformung des Menschen" vollends.

Selbsterkenntnis und Freiheit sind als Bildungsziele suspendiert, wo die Phantasmen von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit regieren und Wissen zu "einer bilanzierbaren Kennzahl des Humankapitals" degradiert ist. Flüchtiges Stückwerkwissen statt Urteilskraft, skills statt Selbsterkenntnis. Unbildung soll hier nicht


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