Marke, Müll, Museum

Extra | Matthias Dusini | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

KULTURTHEORIE Der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme zeichnet die Karriere des Begriffs Fetischismus nach.

Wollte man dieses Buch über die Welt der Dinge selbst mit einem Ding vergleichen - ein Flaschenschiff wäre vielleicht dazu geeignet. Denn dem Berliner Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme ist es gelungen, ein ansehnliches Panorama der Moderne zu zeichnen, das erst einmal durch den Flaschenhals eines einzigen Begriffs, des Fetischismus, hindurchgeschoben und dann aufgerichtet werden musste. Geduldig wie ein Bastler arbeitete sich Böhme durch einen Berg von Sekundärliteratur, vorurteilslos folgt er Haupt-und Nebensträngen des Themas, um ein Buch hervorzubringen, dessen Autor man am Ende nicht als schrulligen Ideensammler belächelt, sondern als Fährmann durch eine nicht eben unstürmische kulturgeschichtliche Epoche schätzen lernt.

So viel Metaphorik hat sich ein Autor verdient, der über 500 Seiten hinweg den Ball flach zu halten vermag und stets zur Ausgangsthese zurückkehrt,


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