Kokain und Marmor

Extra | Matthias Dusini | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

PSYCHOANALYSE Klaus Theweleit sucht nach Spuren Sigmund Freuds in der Popkultur.

He adopted as his credo, ,Down repression, up libido'", hieß es in David Lazars "Die Ballade von Sigmund Freud" (1960). Es ist einer von Dutzenden Songtexten, die der deutsche Psychohistoriker Klaus Theweleit für die von ihm und Martin Baltes herausgegebene "absolute"-Reihe des Orange Press Verlages zusammengetragen hat. In dem Essay über Freud und die Popularkultur stellt Theweleit klar, dass Freud mit Musik ("In der Musik bin ich fast genussunfähig") und Kino ("Will mit keinem Film persönlich in Verbindung gebracht werden") nichts am Hut hatte, das von ihm erforschte Unbewusste aber genau in ihnen ein Medium fand.

Darin mag auch der Grund liegen, warum Freuds Lehren in den USA so schnell institutionalisiert wurden - auch als Wissenschaft zur Erforschung der Seelen von Konsumenten. Das Produktionssystem des Fordismus und das freudianische Wunschmodell ergänzten sich komplementär. So konnte der Freudianismus


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