Die gute alte Zeit

Extra | Nikola Langreiter | aus FALTER 40/06 vom 04.10.2006

KULTURGESCHICHTE Bernhard Kathan erklärt die kleinbäuerliche Kultur des Alpenraums für tot.

Eine Harnflasche brauchten jene Bettlägerigen, die für ihre Notdurft die Stube nicht mehr verlassen konnten; mit der Ferkelzange wurden dem Schweinebaby die Zähne abgezwickt. Und anhand eines gar nicht hübschen Exemplars einer Lourdesmadonna erklärt Bernhard Kathan deren besonderen Erfolg. Einst! Denn heute ist alles das im Verschwinden begriffen. An 57 weiteren Objekten vom Strick bis zum Hornschlitten macht der Autor den Untergang kleinbäuerlicher Kultur fest. Er fixiert die versinkenden Dinge noch für einen Moment - mit außergewöhnlich schönen Abbildungen und kurzen, literarisch angehauchten Texten.

Kathan beobachtet die "Traditionsvernichtung" nicht nur als Nostalgiker, sondern auch als Kulturwissenschaftler, wenn er etwa erklärt, dass in Vorarlberg zumindest türkische Familien noch einen Bohnenacker brauchen. Das Wann und Wo des Kleinbäuerlichen bleibt unklar. Die Bilder und Geschichten


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