"Ohne Westi"

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 41/06 vom 11.10.2006

SCHWARZ-BLAU-ORANGE Noch träumen manche Orange von einer konservativen Koalition - allerdings nur ohne Peter Westenthaler.

Nach Versöhnung klingt das, was man von FPÖ und BZÖ momentan zu hören kriegt, nicht: "Jetzt versuchen die Orangen sogar, uns die Klubräumlichkeiten wegzunehmen, und wir sitzen wahrscheinlich im Kohlenkeller des Parlaments", jammert ein Blauer. Und zusätzlich, heißt es bei der FPÖ, würden die BZÖler sogar einen eigenen Eingang im Parlament fordern, um den Blauen ja nicht begegnen zu müssen. "Ein Blödsinn!", kontert Günther Barnet, Klubchef der BZÖ-Abgeordneten, "wir nehmen denen gar nichts weg. Und einen eigenen Eingang brauchen wir auch nicht."

Auch wenn sich FPÖ und BZÖ nun sogar schon wegen Quadratmetern und Parlamentseingängen bekriegen, ganz ausgeträumt scheint der Wunsch nach einer konservativen Koalition nicht zu sein - zumindest nicht beim BZÖ. Vor wenigen Tagen hat Jörg Haider dazu aufgefordert, den "Weggefährten von einst nicht mit Hass zu begegnen". Und sein Vizechef Stefan Petzner meinte bezüglich einer schwarz-blau-orangen Koalition: "Österreich kann bunt werden."

Aber wie soll das funktionieren? Im BZÖ, das besonders heftig in eine Regierung drängt, scheint es einen neuen Plan zu geben: "Sollten sich ÖVP und SPÖ nicht auf eine große Koalition einigen, wird es an Westenthaler liegen", meint ein Oranger. Sollte dieser auf den Klubchef verzichten, wäre es für die FPÖ leichter, mit dem BZÖ zu koalieren. Seit den Prügeleivorwürfen säße Westenthaler ohnehin nicht fest im Sattel. "Und ohne den Westi wird es leichter", bestätigt ein anderer BZÖler.

Bei der FPÖ, die Montag Nacht von den Grünen auf den vierten Platz verdrängt wurden, ist das orange Liebeswerben allerdings bislang nicht angekommen. Die Freiheitlichen haben zwar ein eigenes Gesprächsteam für etwaige Verhandlungen nominiert, trotzdem heißt es von der FPÖ weiterhin Njet zu den orangen Träumen.


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