Vorwort

herbst reloaded

Thomas Wolkinger | Steiermark Vorwort | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

Was muss ein Festival können? Ganz schön viel - vor allem wenn es steirischer herbst heißt und auf eine derart wechselhafte Geschichte unterschiedlichster Vorstellungen und Erwartungen aufbauen muss, die noch dazu gut vierzig Jahr zurück reicht. Damals - man kann das nicht oft genug in Erinnerung rufen - war die Welt und damit auch die Kunstwelt eine fundamental andere. Zum Beispiel durfte da sogar noch Dieter Hallervorden, damals selbst schon gut in seinen Dreißigern, im herbst auftreten. Von größeren Protesten wegen mangelnder Zeitgenossenschaft ist nichts überliefert.

Zeitgenossenschaft ist jedenfalls etwas, das vom steirischen herbst heute zu allererst erwartet wird. Und dazu, dass diese Zeitgenossenschaft auch noch ein wenig abfärben möge auf die noch weniger zeitgenössischen Mitbürgerinnen und-bürger. Ganz im Sinne der Aufklärung. Der herbst solle in der Stadt sichtbar werden, heißt es, seine Spuren - der Aufregung, gar der Erregung - quer durch die Grazer Altstadt ziehen.

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