Steirerbrauch

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

KARTEN SCHREIBEN Die Jahr sind ins Dorf zogen und nie hat die Frankfurterfrau mehr was von der Tochter ghört. Der Mann ist damals wieder heimkommen, die Nasen voll Blut und hat das Haus mit seiner Schnapsluft angfüllt. Nur das Kinderzimmer ist leer blieben, das Betterl hat die Frau immer frisch bezogen, den Sumsi-Wecker für die Schule gstellt, das Gwand hergrichtet. Irgendwann ist das Traurige dann eingschlafen. Und dann - kannst dir denken die Freud? Nach einem Jahr hat das Wurschtelkind die erste Ansichtskarten gschickt. Riesenrad bei Nacht. Dass ihr gut geht, dass Essen gut ist, dass sie genug zum Leben hat. Glogen, weil lieb war der Georgier schon lang nicht mehr zu ihr. Aber die Mutter hat´s glaubt, hat sich die Karten unterm Polster glegt und dann ins Futter vom Fleischermantel eingnäht. Direkt überm Herz.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige