In der Ecke

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

AUSLAND Nordkorea ist Atommacht. Wieder stellt sich die Frage, ob Sanktionen das geeignete Mittel sind, um die Lage zu entschärfen.

Kann sich noch jemand an die helle Begeisterung erinnern, die in den Achtzigerjahren bei manchen europäischen Intellektuellen die nordkoreanische "Juche" (gesprochen: "Dschusche")-Ideologie ausgelöst hat? Die Schriftstellerin Luise Rinser ließ sich bei mehreren ausgedehnten Nordkoreareisen von dem scheinbar in Pjöngjang herrschenden totalitären Egalitarismus ebenso blenden wie der linkssozialistische DDR-Dissident Rudolf Bahro. Sogar Bruno Kreisky zeigte sich von Diktator Kim Il Sung, der mit seinem Personenkult selbst Mao und Stalin in den Schatten stellte, ziemlich beeindruckt. Mitten im Kalten Krieg, als Tausende aufeinander zielende amerikanische und sowjetische Atomwaffen die größte Gefahr für den Planeten waren, hatte die von Nordkorea verbreitete Ideologie einer sozialistischen Totalautarkie offenbar einen merkwürdigen Reiz. Über die Golden


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige