Ein Arbeitskampf

Matthias G. Bernold | Politik | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

PROZESS Wie der geschasste Gewerkschaftspräsident Fritz Verzetnitsch gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber vor Gericht zieht und dort gewinnen will.

Es war ein merkwürdiges Bild vergangenen Freitag im Gerichtssaal S in der Wickenburggasse. In Erwartung eines Kommentars umschwirrten die Reporter Fritz Verzetnitsch. Doch der Mann mit dem ÖGB-Anstecker im Knopfloch, der fast zwanzig Jahre lang beredt für die Interessen der Arbeitnehmer gekämpft hatte, um jetzt seinen persönlichen Arbeitskampf gegen die marode Gewerkschaft auszutragen, blieb stumm. Am 30. April dieses Jahres wurde Verzetnitsch wegen seiner Rolle in der Bawag-Affäre fristlos entlassen. Seinen Hinauswurf bekämpft er nun vor dem Wiener Arbeits-und Sozialgericht, weil er sonst durch die Entlassung finanzielle Ansprüche verlöre. Konkret handelt es sich um 345.000 Euro Abfertigung, Urlaubs-und Kündigungsentschädigung sowie einen ÖGB-Pensionsanspruch von 500.000 Euro. Der Falter listet die Argumente der beiden Streitparteien

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