Really freaked out

Tobias Heyl | Kultur | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

LITERATUR Joey Goebels "Freaks" ist ein ebenso pathetisches wie saukomisches Plädoyer wider die Konvention der Humanoide.

Kurz, aber für alle Beteiligten unvergessen war der erste Auftritt der Freaks im Pandaemonium-Club. Er sollte ihr letzter bleiben. Die Band hatte sich gerade ein bisschen warmgespielt, als eine Kugel den Keyboarder Ray an der sogenannten empfindlichsten Stelle traf. Das Konzert wurde sofort abgebrochen. Besonders bitter: Der Schütze war ein früherer GI, der im 1. Golfkrieg von Ray verwundet worden war, einem irakischen Soldaten, der die USA eigentlich nur deshalb besucht, um sein Opfer zu finden und um Vergebung zu bitten.

Empfindsamen Seelen ist von Joey Goebels Roman "Freaks" abzuraten. Der Diogenes Verlag hatte gute Gründe, seinen jungen Hoffnungsträger im vergangenen Jahr erst einmal mit "Vincent" zu präsentieren, bevor er nun diesen durch und durch robust gearbeiteten Erstling nachliefert. Dessen Hauptfiguren wollten also die Konzertsäle erobern: ein durchgeknallter

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