Moskauer Erektionen

Erich Klein | Kultur | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

LITERATUR Mit "Warten auf Puschkin" rechnet Sergej Gandlewski mit der Moskauer Intelligenzija ab und klärt eine alte Frage: Ist Liebe stärker als der Tod?

Lew Kriworotow irrt durch den verschachtelten Gang seines Traumes - vertraute Gerüche, allerlei Gerümpel, "bei jedem Schritt stieß man gegen etwas". Als er erwacht, begreift er, dass er geträumt und eine Erektion hat. Wer die Adressatin des dabei gemurmelten "Ich liebe dich" ist, bleibt ein Geheimnis.

Der Schauplatz von Sergej Gandlewskis Roman "Warten auf Puschkin" ist das Moskau der 1970er und der Gegenwart. Im Lauf eines Tages versucht der fünfzigjährige Dichter Kriworotow Ordnung ins Leben zu bringen - es "lesbar" zu machen. (Der Originaltitel lautet denn auch kokett-ironisch "Unleserlich".) Die großen existenziellen Gesten vergangenen Dissidententums und die einstigen literarischen Ambitionen des Protagonisten, der - wie auch sein Erfinder - der Generation der "verhinderten Dichter" angehört, sind elementarer Ernüchterung

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige