Dabei sein ist alles

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

VIENNALE Sympathy for the Devil: Das schmale Werk des englischen Dokumentaristen Peter Whitehead steht zur Wiederentdeckung an.

Als Letzter kommt Ernst Jandl auf die Bühne. "him hanfang war das wort." Der riesige Saal ist gesteckt voll, 5000 Leute, die keine Silbe seines Vortrags verstehen, beginnen wie auf ein geheimes Stichwort hin zu johlen. "hund das wort war bei / gott hund gott war das wort hund das wort hist fleisch / geworden hund hat hunter huns gewohnt." Es ist der 11. Juni 1965, der Ort die Royal Albert Hall, der Anlass die erste Gemeinschaftslesung von Autoren der Beat-Generation in Europa: Allen Ginsberg, Gregory Corso, Lawrence Ferlinghetti, Dutzende weiterer Dichter treten auf. Wie sich Jandl unter die vornehmlich US-amerikanischen Beatniks verirrt hat, bleibt unklar. Dass er sie an Witz und Temperament spielend übertrumpfte und den Saal förmlich zum Kochen brachte, dafür gibt es einen unumstößlichen Beweis: "Wholly Communion".

Das gerade mal halbstündige Dokument ist


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