Leben, um zu leben

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

LITERATUR Als die Wiener Autorin Anna Gmeyner (1902-1991) erste Erfolge feierte, kam Hitler an die Macht und vertrieb sie nach England. Jetzt wird eine erste umfassende Studie zu Leben und Werk vorgestellt.

Ein kleines spöttisches Lächeln scheint über das Gesicht der jungen Frau mit dem hochgeschlossenen Mantelkragen zu huschen, während ihr Blick an der Kamera vorbei in ungewisse Ferne schweift. Anna Gmeyner ist zum Zeitpunkt der Aufnahme dreißig Jahre alt, die Fotografie, die gegen Ende 1932, Anfang 1933 in einer Zeitung erscheint, wie folgt unterschrieben: "Eine neue Dramatikerin, Anna Gmeyner, wird in Berlin aufgeführt."

Gemeint ist "Automatenbüffet", ihr sozialkritisches, satirisches Zeitstück, das im Theater am Schiffbauerdamm zur Premiere kommt. Moriz Seeler, der Erfinder der Jungen Bühne und Produzent des Films "Menschen am Sonntag", besitzt ein sicheres Gespür für aktuelle Stoffe und führt selbst Regie; die Hauptrollen übernehmen Hilde Körber (die lebensmüde Eva) und


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