NÜCHTERN BETRACHTET

Man soll mir sagen, was ich tun soll

Kultur | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

Eigentlich bin ich ein prima Mitglied unserer Gesellschaft. Ich bin tolerant, aber kein scheißliberales Weichei; ein nachsichtiger Vater, aber dennoch jederzeit in der Lage und Willens, dem Kinde die Grenzen zwischen Gut und Böse auszuschildern; aufgeschlossen gegenüber Neuem, aber kein Innovationsfetischist; ein Genussmensch, der freilich den Müßiggang scheut; ein dem Exzess durchaus aufgeschlossener Teilzeitlustikus, der aber auch die Adresse kennt, unter welcher der Ernst des Lebens residiert; ein geselliger Menschenfreund, aber kein distanzloser Bussi-Bussi-Typ; kein gnadenloser Selbstvermarkter, aber auch kein Drückeberger, wenn es darum geht, Verantwortung zu übernehmen. Kurz und gut: Wären alle so wie ich, gäb's weniger Wickel, und eine neue Regierung hätten wir auch schon. Koalitionsverhandlungen, ganz zu schweigen von diesen Koalitionsverhandlungen, bräuchten wir keine. Leider gilt das nicht für 24 Stunden an allen Tagen des Jahres. Auch ich muss schlafen. Ich schlafe

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