Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

Sex

Killing Weinbeißers Kennt wer die Weinbeißer? Die einem beim Hinschauen schon das Ohr einstäuben? Eine Bekannte bekam sie kürzlich als Anbahnungsfutter vorgesetzt. Ein Biss, ein Schluck (rot, leichter Kork + schlechter Jahrgang = vernichtende Kombi), daher gleich zweiter Biss. Es folgt eine fulminante Verkutzungskatastrophe von der Dauer einer Dreiviertelstunde. Sie war dabei echt laut, die Nachbarn mussten glauben, der Elch ist da. Der Gastgeber überlegte, den Notarzt zu rufen, mehr zur Rettung seines Zwerchfells als ihres Lebens. Dazwischen wurde bärenprankig auf ihren Buckel geklatscht. Irgendwann war die Lunge dann einigermaßen entkrümelt, der Plutzer violett eingefärbt. Na ja. Weinbeißeranbietende Bärenpranken sind eh nicht so ihr Beuteschema. Heute, mit Abstand und zart erkeimender Würde, ist sie sogar der Meinung, dass das ein geplanter Anschlag war. Sie überlegt Anzeige gegen bekannt und versucht, die Lebkuchenkiller auf den globalen Index für tödliche Nahrungsmittel bringen zu lassen.

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Großes Derby Vergleicht man die jüngere Vereinsgeschichte der Wiener Austria mit der politischen Entwicklung Österreichs in den vergangenen Jahren, ergeben sich interessante Parallelen: Sowohl Austria als auch Österreich haben sich hemmungslos dem Neoliberalismus ausgeliefert, beide träumten mit unterschiedlichem Erfolg von Europa (EU-Vorsitz, Champions League), und weder Vereinsführung noch Bundesregierung haben sich bei den Fans sonderlich beliebt gemacht. Praktisch gleichzeitig erfolgte das böse Erwachen: Die Austria hat den Hauptsponsor verloren, Österreich die Regierung abgewählt. Wobei die Nationalratswahl nicht nur für Österreich, sondern auch für die Austria Folgen haben könnte: Nach dem Austrianer Wolfgang Schüssel wird mit Alfred Gusenbauer wohl bald ein Rapidler Kanzler werden.

WOLFGANG KRALICEK


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