Fragen Sie Frau Andrea

Auße mi' de Baana

Stadtleben | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

Liebe Frau Andrea,

ein Arbeitskollege und ich fragen uns seit Monaten nach dem Ursprung des geflügelten Wiener Ausdrucks des "Auspaardln" (genaue Schreibweise leider unbekannt). Weder das Wikipedia-Wienerischlexikon noch diverse andere Wienerischlexika konnten uns bisher die ersehnte Erlösung bescheren. Wir wenden uns daher hoffnungsfroh an Sie. Liebe Comandantina, bitte helfen Sie!

Vielen Dank! Mit lieben Grüßen Gerhard und Jasmin

Liebe Jasmin, lieber Gerhard,

bei dem von Ihnen gesuchten Begriff scheint es sich um das "Ausbaanln" zu handeln, hochdeutsch "Ausbeinen". Damit bezeichnen die Wiener und ihre sprachlichen Verwandten die Entnahme weiterverwertbarer Bestandteile aus nicht mehr funktionierenden technischen Geräten. Das häufigste Objekt wienerischen "Ausbaanlns" dürfte das Auto sein. Türen, Motoren, Sitze, Chromteile und Scheinwerfer können erfolgreich ausbaanlt werden. Professionisten auf diesem Gebiet nennt man Ausbaanla. Der Begriff selbst kommt aus der bäuerlichen Schlachtsprache und bezeichnet das Entfernen von Knochen aus dem Fleisch. Öffentlich ausbaanlt wird heute noch die Stelze im Biergarten Schweizerhaus. Sollten Sie allerdings tatsächlich die Erklärung für einen mir unbekannten Ausdruck suchen, der sich "auspaarln" schriebe, müsste der eine Tätigkeit beschreiben, bei der Paare zusammengestellt werden. Socken auszupaarln, also auszupaaren, könnte solch ein Vorgang sein, der von Wiener Zunge ausgesprochen zu der von Ihnen gesuchten Begrifflichkeit führen würde. Könnte.


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