TIER DER WOCHE

Grauschleier

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 42/06 vom 18.10.2006

Seltsam, im Nebel zu wandern / Einsam ist jeder Busch und Stein / Kein Baum sieht den andern / Jeder ist allein." So leise flehen Hermann Hesses Gedichte im Oktober. Prosaischer sieht das die Apa, die den kleinen Lyrikfreund mit einer aktuellen Meldung aufschreckt: "Nebel - eine der gefährlichsten Wettererscheinungen". Hielt man bislang Tornados, Blitzschlag und gefrierenden Nieselregen als das Triumvirat der meteorologischen Niederträchtigkeit, so tut man gut daran, sein Bedrohungsszenario zu ändern. Überraschend ist auch die feine Differenzierung der Nebelarten, die jenen circa 24 verschiedenen Inuitausdrücken für Schnee um nichts nachsteht: Am häufigsten ist Strahlungsnebel. Dieser entsteht, wenn in den länger werdenden Nächten der Boden durch Wärmeabstrahlung abkühlt und die Feuchtigkeit in der darüber liegenden Luft kondensiert. Typisch für das Salzkammergut ist der durch die zahlreichen Flüsse und Seen verursachte Verdunstungsnebel. Lästige Grazer und Klagenfurter Spezialität


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