SOZIALFORSCHUNG

"Wir müssen das aushalten"

Steiermark Politik | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

Joachim Hainzl, Sozialhistoriker beim Grazer Geschichtsverein Clio, beschäftigt sich mit der Nutzung des öffentlichen Raums durch Bettler, deren Wirkung auf die bürgerlich-konservative Stadt, mit Marginalisierung und Sozialdisziplinierung. Der Historiker über die Innenstadt als Schaufassade, adrette Menschen und die Geschichte des Bettelns.

Falter: Stören Sie die Bettler, wenn Sie durch die Innenstadt gehen?

Joachim Hainzl: Der öffentliche Raum wird von verschiedenen Gruppen genützt. Als Radfahrer stören mich manchmal Autos, die irgendwo herumparken. Die Bettler regen mich im Vergleich dazu nicht auf. Sollte eine bettelnde Person zu aufdringlich sein, nehme ich mir das Recht heraus zu sagen, dass mich das stört. Mich stört dann die persönliche, individuelle Art und nicht die Person wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer Gruppe von bettelnden Menschen.

Warum stören die Bettler trotzdem, obwohl man ihnen kein Geld geben muss?

Weil wir seit einigen Jahren auch in Graz die Stadtbilddiskussion


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