Zwischen Sepuku und Sinnlichkeit

Christof Huemer | Steiermark Kultur | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

STADTMENSCH Glaubt man dem Grazer Wissenschafter und Literaten Francesco Madeo, dann führt Faulheit zu viel Arbeit, braucht Ausschweifung Selbstzucht und ist Sinnlichkeit ein Talent. Die Zellen begehen trotzdem Selbstmord.

Francesco Madeo - der Name klingt wie ein Charakter aus einem Film von Vittorio de Sica, dem großen italienischen Regisseur des Neorealismus. Und zwar wäre Francesco Madeo darin ein so liebenswerter wie weltfremder Biologieprofessor, der in der Midlife-Crisis steckt, Ärmelschoner trägt und seine ganzen Sehnsüchte in einen Liebesroman steckt. Francesco Madeo, Professor für Mikrobiologie an der Karl-Franzens-Universität, hat in seiner spärlichen Freizeit über zehn Jahre hindurch einen Liebesroman geschrieben. Von Krise, geschweige denn Midlife-Crisis, oder Weltfremdheit hingegen keine Spur. Wissenschafter benötigen, so der gebürtige Italiener mit deutschem Pass, zwar schon eine gehörige Portion Autismus, aber exzellente Wissenschafter brächten eben auch ein

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