Steirerbrauch

Steiermark Stadtleben | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

STURMSAUFEN Hast noch nicht gsehn. Ankommen, hingsetzt und nimmer aufgstanden, bis er untern Tisch grutscht ist. Aber erst war Sonne. Ein Vierterl Sonne nach dem andern hat er in sich reingstellt. Trüb wie sein Schädel, süß wie sein Herz und scharf wie die Zunge. Und wie die Sonne im Mittag war, da hat er nachdenken angfangen. Sturm ist wie du, hat er dacht: trüb, süß, scharf. Erst langsam, dann die Naturgewalt. Immer lauter hat er´s dacht. Und gschrien: Sturm ist wie du! Hat er gschrien. Im Wirtshaus haben´s ihn erst nur angschaut und weitergsoffen. Für die war noch Sonnenaufgang. Irgendwann haben´s alle kapiert. Dann is finster worden. Sturm du, habens brüllt, die Glaseln abgräumt, die Schädeln auf die Tischkanten gschlagen und sich die Herzerln rausgrissen. Und nach dem Sturm habens einen Mordsdrang ghabt.


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