Diagnose: Asozialität

Robert Misik | Vorwort | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

KOMMENTAR Deutschland hat die "Unterschicht" entdeckt. Mit ihr wird das Problem geleugnet, dass ein Milieu in Aussichtslosigkeit lebt.

Dass es so etwas wie eine "neue Armut" gibt, darauf weisen Sozialwissenschaftler und karitative Organisationen seit gut einem Jahrzehnt hin. Bei Politik und Publikum hat das meist bedächtiges Kopfwiegen ausgelöst. Schnell war man meist wieder bei anderen Themen. Vielleicht auch, weil man in einem politischen Setting, das herzeigbare Erfolge bevorzugt und im kurzen Rhythmus von Legislaturperioden denkt, schwer lösbaren Problemen am besten mit Ignorieren begegnet.

Seitdem Kurt Beck, der Chef der deutschen Sozialdemokraten, das Wort "Unterschicht" in den Mund genommen hat, ist das plötzlich anders. Jetzt wird die "verfestigte Armut" entdeckt und in einer großen Studie der SPD-nahen Ebert-Stiftung vermessen. Resümee: Es gibt ein Milieu von Resignation und Hilflosigkeit, dem etwa fünf bis sechs Millionen Deutsche angehören - das wären etwa sechs bis acht

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