DOLM DER WOCHE

Jörg Haider

Politik | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

Den während seiner Abschiebung zu Tode gefesselten Schubhäftling Marcus Omofuma nannte er einen "Drogendealer" - ohne dafür auch nur den geringsten Beweis in der Hand zu haben. Gegen den Finanzexperten Werner Doralt ritt er so heftige Vorwürfe, dass dieser als Rechnungshofpräsident nicht mehr infrage kam - ebenfalls ohne Beweise. Nur wenn es um seine eigenen Leute geht, gibt sich der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ) plötzlich ganz rechtsstaatlich: "In Österreich gilt immer noch der Grundsatz: Im Zweifel für den Angeklagten." So begründet Haider, wieso BZÖ-Chef Peter Westenthaler trotz einer möglichen Anklage wegen des Prügelvorwurfs seines Bodyguards gegen den Sprecher von Justizministerin Karin Gastinger BZÖ-Klubchef im Parlament werden soll. Stimmt schon, was Haider sagt - in dubio pro reo gilt aber, und das sollte der Landeshauptmann noch lernen, nicht nur für die eigenen Freunde..


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