Ein Land errötet

Gerald John | Politik | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

POSTENSCHACHER Die SPÖ gelobt, der Parteibuchwirtschaft abzuschwören. Doch keine Regierung kann bestehen, ohne Schlüsselpositionen im Staat zu besetzen. Wo die Sozialdemokraten um mehr Einfluss ringen könnten: ein Blick auf die Hot Spots eines Machtkampfes.

Eine echt österreichische Karriere: Als Albin Dearing Ende der Achtziger im Innenministerium anheuern wollte, fehlte ihm ein wichtiges Accessoire. "Der hat ja gar kein Parteibuch", protestierten die Gewerkschafter im Haus und schalteten auf stur. Der damalige SP-Minister Franz Löschnak musste extra eine Weisung erteilen, damit der versierte Jurist in die rote Hochburg einziehen durfte. Nach einigen Jahren trat Dearing aus freien Stücken doch noch der SPÖ bei - und war am Ende wieder der Angeschmierte. Nach der Wende des Jahres 2000 verräumte der neue Hausherr Ernst Strasser die prominenten Sozialdemokraten in irgendwelche Hinterzimmer. Dearing warf schließlich das Handtuch. Um dem "Vasallenverhältnis" zu entrinnen.

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