Zeigen, dass man sich mag

Politik | Matthias G. Bernold | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

STRAFVOLLZUG In der schmucken Justizanstalt Leoben gibt es die ersten Begegnungsräume, wo Familien fernsehen und Paare Liebe machen können. In drei Jahren soll das in allen österreichischen Gefängnissen möglich sein.

Das darf man sich nicht so vorstellen, dass man da reingeht und gleich Sex hat", sagt Ludwig Pavlovic* in breitem steirischem Dialekt. "Am Anfang ist das ja auch eine peinliche Situation. Das letzte Mal sind wir eineinhalb Stunden dagesessen und haben geplaudert. Wir haben das Radio aufgedreht und etwas gegessen. Sie legt gern den Kopf auf meine Schulter. Wir kuscheln. Es ist nicht nur wegen dem Bumsen. Es ist vor allem, damit man merkt, dass man sich gern hat." Was Pavlovic beschreibt, ist die letzte Zusammenkunft mit seiner Freundin Erika. Der 56-jährige Insasse der Justizanstalt Leoben, der in seinem Leben schon Gendarmerieschüler, Matrose an der Nordsee, Discjockey und Lkw-Fahrer war, verbringt alle zwei Monate einen Nachmittag mit seiner Geliebten: fünf Stunden


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