PRESSESCHAU

Medien | Gerald John | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

Österreich hatte nie ein Exklusivinterview mit Natascha Kampusch. Aber immerhin hatte das Blatt nun ein Exklusivinterview mit einem Mann, der ein Exklusivinterview mit Kampusch hatte. In der TV-Beilage vom Montag erzählte Wolfgang Ambros von seinem "geheimen" Treffen mit der 18-jährigen. Kampusch, die sich zum allgemeinen Erstaunen ja äußerst gewählt ausdrückt, habe sich während ihrer Gefangenschaft mit seinen Liedern beschäftigt, berichtete der Austropopper - womit klar ist, dass der pädagogische Wert der Ambrostexte bislang sträflich unterschätzt wurde. Vielleicht hätte auch Wolf Martin öfter Ambros hören sollen. Der Krone-Poet machte sich über ein Standard-Interview mit Kampusch lustig, in dem diese gefragt wurde, ob sie das rosa Blatt gelesen habe: "Drauf äußerte die Gute sich / sie hätt's getan ,gelegentlich / denn da stehn Immobilien drin / und Börsenkurse' - welch Gewinn!" Sehr stimmig dazu die Glosse von Krone-Chef Hans Dichand, mit der er Leserbriefschreiber am selben Tag zum Dichten einlud: "Mögen die Schritte dorthin auch über Steine sprachlicher Unzulänglichkeiten führen!"


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