FERNSEHEN

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

Wie daneben muss eine junge Frau sein, die sich ihren Ehemann via Realitysoap sucht? Naja, jedenfalls nicht dämlicher als die Kerle, die ihr Avancen machen - das weiß man, wenn man die ersten Folgen von "Nadine traut sich" auf ATV gesehen hat. Ein Wahnsinn, was für Typen die Jury auswählt, die sich mit Nadine "verloben" dürfen - bis sie die Vögel rauskickt. Mittlerweile steht die Arme beim Exverlobten Nummer 12, ohne jemals irgendwas Sexähnliches erlebt zu haben. Dafür mühsame Dates mit faden, uncharismatischen, peinlichen, unattraktiven, komischen Männern - da fragst du dich schon, wo die Guten bleiben. Der bisherige Tiefpunkt für die sympathisch naive 27-jährige TV-Protagonistin: ein Venedigtrip mit Großmaul Gerald - vierzig, verlebt, räudig, peinliche Shirts, Gang wie eine Hyäne - , der sich ständig als der erfahrene Macker aufspielte und sie genüsslich zu Lesbensex verhörte. Ein Mann wie ein Albtraum. Hat meine Freundin am Ende doch Recht? Sie sagt: "Jenseits der dreißig gibt es kaum einen feinen Typ am freien Markt, der nicht beziehungsgestört ist, auf seine Mutti steht oder ein Rudel Kinder und Exfrauen hat."


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