Kommentar

Viennale 2006: Haut die Bobos nicht

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

Vergleicht man Wien mit London oder Rom, kann man sich in puncto Kino definitiv nicht beklagen. Für die zeitgleich in Wien, London und Rom stattfindenden Festivals gilt das in noch höherem Maße. Das London Filmfestival glänzt mit Ticketpreisen, die für Normalsterbliche unerschwinglich sind, das neue Filmfestival von Rom will mit erhöhtem Staraufkommen punkten. Beides ist der Sache, nämlich dem Kino als Kunstform, nur bedingt zuträglich. Sean Connery beehrte Rom für zwei Tage, die Viennale ehrte Agnès Varda und Jacques Demy einen Monat lang mit einer Retrospektive: So und nicht anders soll es sein.

Nach über hundert Jahren sollte sich der Umstand, dass Kino auch eine "historische" Dimension hat, eigentlich bis zu den großen Festivals herumgesprochen haben. Indes, das Gegenteil ist der Fall; nur die wenigsten leisten sich heute noch den Luxus historisch relevanter Programme, als wären neue Filme und neue Namen schon allein deshalb wichtiger, nur weil sie eben neu sind. Was nun


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