Kaurismäkismen ahoi!

Joachim Schätz | Kultur | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

FILM Mit seiner knappen Film-noir-Übung "Lichter der Vorstadt" verrennt sich Aki Kaurismäki zwischen wohl vertrauten Posen und schmucken Bildern in ein formalistisches Vakuum.

Der Schwanz des Skorpions, an dessen Ende der Giftstachel sitzt, sieht aus wie eine Perlenkette. Wenn uns das im ersten Drittel von "Lichter der Vorstadt" einmal nebenbei eine Radiostimme erzählt, dann wissen wir schon längst, welches Schicksal dem stillen Koistinen (Janne Hyytiäinen) blüht: Eben hat eine Gruppe Krimineller den einsamen Wachmann zum Opfer einer Intrige erkoren. Bald wird der Gangsterboss seine katzenäugige Geliebte Mirja (Maria Järvenhelmi) entsenden, um Koistinen zu umgarnen und zum ahnungslosen Bauernopfer eines Einbruchs zu machen.

Auch Koistinen wird das bald durchschaut haben, aber es hilft nichts: Er und wir müssen da durch, durch die masochistischen Dulder-und Opfer-Rituale des Film noir, die Aki Kaurismäkis "Lichter der Vorstadt" pedantisch durchspielt. An der alten Erzählung vom

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