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Wien Modern 2006

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 43/06 vom 25.10.2006

Játékok", zu Deutsch "Spiele", heißt ein bereits mehrbändiger, bis dato offener Klavierzyklus, an dem der ungarische Komponist György Kurtág seit 1979 arbeitet. Es könnte keinen passenderen Namen für dieses Kompendium geben. Zum einen sind die Dutzenden von kurzen Stücken in der Tradition Béla Bartóks und seines "Mikrokosmos" als anspruchsvolle und abwechslungsreiche Klavierschule gedacht; zum anderen spielt jedes Stück - manchmal keine zwanzig Sekunden, höchstens aber zwei Minuten lang - mit einem eigenen musikalischen Gedanken, Motiv, Phänomen. Komprimierte Charakterstücke von höchster Ausdrucksintensität.

Und doch sind diese "Spiele" noch viel mehr: explizite Hommagen an Kollegen wie Bach, Beethoven, Varése oder Ligeti; zudem ein klingendes Tagebuch Kurtágs mit prägnanten, persönlichen Eintragungen; und nicht zuletzt eine "Werkstatt für mein Leben", wie der Komponist selbst sagt, eine Art Labor, aus dem die Keimzellen zu vielen späteren Werken stammen.

Nichts ist


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